Geschichte

Oerliker ringt um Anerkennung des Modellflugs

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eff. — An einer Pressekonferenz auf dem Flugplatz Schupfart im Fricktal über die Aviatika 81, einer Extraveranstaltung der Basler Herbstmesse, welche dieses Jahr vom 24. Oktober bis zum 8. November durchgeführt wird, referierte der Oerliker Werner Koelliker, Präsident der Modellflugkommission des Aero-Clubs der Schweiz, über die Belange der Modellflieger. Werner Koelliker, der an der Ecke Schaffhauser-/Jungstrasse das grösste Spezialgeschäft für Modellbau in der Schweiz führt, kam eingangs auf die Bedeutung des Modellflugs in der Schweiz zu sprechen.

Werner Koelliker, Kapazität seines Fachs, hat bereits mit 12 Jahren die Modellfluggruppe Olten gegründet. Er war sieben Jahre lang Redaktor der Zeitschrift des Aero-Clubs, der «Aero-Revue». Werner Koelliker hat schon 42 Fernsehsendungen rund ums Flugwesen gestaltet.

Wie er anlässlich der Pressekonferenz auf dem Flugplatz Schupfart konstatierte, haben schon über 7000 eingeschriebene Modellflieger diese Freizeitbeschäftigung und diesen Sport gewählt.

Längst ist er aus den Kinderschuhen heraus und dient nicht nur als ideale Voraussetzung für eine spätere Pilotenlaufbahn bei der Zivillaviatik oder Flugwaffe, sondern ist eine eigenständige Sparte innerhalb der Fliegerei geworden. Sie verlangt viel grössere handwerkliche und geistige Forderungen als der Aussenstehende es vermutet.

«Die Entwicklung der Technik und Elektronik ermöglicht es heute dem Modellbauer, eigentlich jeden Körper bei Anwendung der einfachsten aerodynamischen Gesetze zum Fliegen zu bringen. Vom kleinsten Saalflugmodell mit zwei bis drei Gramm Fluggewicht über Raketen, Helikopter, Zeppeline, Heissluftballons, usw. bis zum exakt nachgebauten Flugzeug-Vorbild in allen Grössen sind fast keine Grenzen gesetzt. Man startet im Gras, auf Asphaltstrecken, mit Skis auf dem Schnee, — die Nachahmung der Aviatik ist bereits perfekt.»


Freizeitbeschäftigung und Sport

Die meisten Menschen brauchten neben ihrer Arbeit eine Freizeitbeschäftigung als Ausgleich zu ihrem Beruf, wozu ganz besonders auch junge Menschen gehörten. Nicht die dümmsten und bequemsten wählen den Flugmodellbau. Allein die Begeisterung für das Fliegen würde nicht genügen, denn Modellbau und Modellfliegen sind eine Herausforderung. Obwohl eine grosse Modellbau-Industrie gegenüber früher vieles erleichtert, braucht es persönlichen Einsatz, Geduld, Durchhaltevermögen, Wille, handwerkliches Geschick, geistige Beweglichkeit und logisches Denken. Dabei handelt es sich um Eigenschaften, die man üben und einsetzen könne, um im Leben und Beruf zu bestehen. Spitzenmodellflieger, bei denen sich das Hobby zum Sport entwickelt hatte, brauchten viel Geduld und Talent, physische und psychische Betreuung wie jeder andere Spitzensportler, wie Werner Koelliker weiter ausführte.


Ringen um Anerkennung

Die Modellflieger zeigen sich sehr besorgt, weil man sie infolge des Personalstopps beim Bund aus der Luftfahrtgesetzgebung entlassen will, wobei man die Kompetenzen an Kantone und Gemeinden abtreten will. Obwohl die Modellflieger als Minderheit grosse Anstrengungen unternehmen, den Lärm, den die Verbrennungsmotormodelle machen, in den Griff zu bekommen, sind sie vielen Leuten ein Dorn im Auge. Am liebsten möchten sie den Modellflug verbieten, obwohl nur etwa ein Drittel der Mitglieder geräuscherzeugende Motormodelle fliegen. Die Mehrzahl der Flugmodelle sind in jeder Beziehung umweltfreundlich und lautlos. Es handelt sich um Segelmodelle, Elektroflugmodelle und kaum hörbare Viertaktmotormodelle. Zudem haben schon oft offizielle Messungen des Bundesamtes für Zivilluftfahrt bewiesen, dass am Standort der Reklamation der erzeugte Lärm unter dem normalen Schallpegel liegt. Allzu gerne schieße der gesättigte Bürger mit Kanonen auf Spatzen, wie Werner Kölliker konstatierte. Die Schweizer Modellflieger der Aero-Clubs der Schweiz gäben sich grosse Mühe, durch Vorschriften in bezug auf wirksame Schalldämpfer und Bestimmungen für den Betrieb von Modellflugplätze niemandem zur Last zu fallen. Um diese Anerkennung rängen sie.

«Wir wollen gemeinsam Lösungen finden, die den Modellflug fördern, ihn unter Kontrolle halten und Massnahmen treffen, die Gegner zu Freunden werden lassen. Dann schwebt uns die Erfassung von vielen jungen Leuten, Mädchen und Buben, vor, um ihnen die Ideale des Fluggedankens näherzubringen, sie mit dem Modellbau an schöne Aufgaben heranzuführen, die ihre Jugend und ihr späteres Leben bereichern.»



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