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FAI-Weltmeisterschaften RC-Motorkunstflug – F3A – in Muncie, USA

von Stefan Kaiser
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RC-Motorkunstflug – F3A – in Muncie, USA

Dieses Jahr schauten die F3A-Interessierten gespannt nach Muncie in den USA, an den Ort, wo die Weltmeisterschaft statt, fand. Die Frage stand offen, ob Christophe Paysant-Le Roux einen weiteren Titel gewinnt oder ob der Japaner Tetsuo Onda dieses Mal die Nase vorne hat . Ob vielleicht doch ein Amerikaner vom Heimvorteil profitieren kann? Die Schweiz wurde von den Piloten Marc Rubin, Bernhard Schaden und WM-Neuling Reto Schumacher vertreten. Für Liechtenstein starteten Routinier Wolfgang Matt und der 19-jährige Stefan Kaiser.

Um sich an die Zeitverschiebung von sechs Stunden und die amerikanischen Wetterbedingungen zu gewöhnen, reisten viele Teams ca. eine Woche vor WM-Beginn in die USA. Es war ein Zufall, dass sich genau zu dieser Zeit eine Hitzeglocke über Nordamerika befand und so für Temperaturen über 40 °C sorgte. Da die amerikanischen Autos mit sehr effizienten Klimaanlagen ausgerüstet sind, waren die fast einstündigen Fahrten zu den Trainingsplätzen meist eine Erholung. Die Trainingsbedingungen waren ansonsten optimal, sogar auf dem offiziellen WM-Gelände der AMA durfte trainiert werden.


Riesiges AMA-Gelände

Die F3A-WM fand auf dem riesigen Areal der Academy of Model Aeronautics statt. Hier werden jährlich die nationalen Meisterschaften in fast allen Kategorien ausgetragen. Geflogen wurde auf zwei asphaltierten Pisten. Beide hatten dieselbe geografische Ausrichtung, befanden sich aber leicht versetzt hintereinander.


Modellabnahme am Sonntag und Montag

Am Sonntag und Montag wurden die Modelle der Piloten auf das Gewicht von max. 5 kg und auf die maximalen Ausmasse von 2 × 2 m sowie auf mögliche Giros überprüft. Zudem



wurde kontrolliert, ob der Motor bei einem Failsafe, hier beim Ausschalten des Senders, abstellt. Sowohl bei den Schweizer Piloten als auch bei den Liechtensteiner Piloten gab es keine Probleme. Zur gleichen Zeit fanden die offiziellen Trainings statt, an welchem jeder Pilot die Möglichkeit hat, einen Flug auf dem offiziellen Platz zu absolvieren. Am Montagnachmittag wurde die Eröffnungsfeier auf dem AMA-Gelände durchgeführt. Nach dem Einlaufen der 32 teil-



nehmenden Teams und 82 Piloten und der kurzen Ansprache der Offiziellen wurde ein amerikanisches Buffet eröffnet. Nach nur ca. zwei Stunden war die Feier vorüber. Anschliessend trafen sich die Team-Manager zur Sitzung, an welcher über den Ablauf der WM sowie Sicherheit und Regeln diskutiert wurde.


Vorrunde vom Dienstag bis Freitag

Als endlich die WM begonnen hatte, waren plötzlich die Windbedingungen für zwei Tage komplett anders. In den Trainings kam der Wind immer in Flugrichtung, aber nun kam er am ersten Tag 90° von vorne und am zweiten Tag 90° von hinten. Unsere Piloten zeigten aber ihre Erfahrung und bekundeten keine nennenswerten Probleme. Die Liechtensteiner Piloten Wolfgang Matt und Stefan Kaiser waren von Anfang an auf Top-10-Kurs. Aber erst nach dem vierten Tag, wenn alle Piloten die vier Vorrundenflüge absolviert haben, kann die genaue Platzierung ermittelt werden. Marc Rubin hatte bei seinem letzten Flug Pech: Er überschritt die maximale Flugzeit von 8 Minuten nur knapp. Folglich wurde die letzte Figur nicht gewertet. Dies verhinderte eine sehr gute Ausgangsposition im Halbfinale. Nach der Vorrunde waren die beiden Liechtensteiner Wolf-


gang Matt auf Platz 8 und Stefan Kaiser auf Platz 10 klassiert. Die Schweizer Piloten Marc Rubin mit Platz 17 und Bernhard Schaden mit Platz 25 erreichten ebenfalls das Halbfinale der besten 30 Piloten. Leider hat es der dritte Schweizer Nationalpilot Reto Schumacher nicht geschafft. Er befand sich auf dem 48. Platz. An der Spitze führte Christophe PLR vor Tetsuo Onda und dem Amerikaner Chip Hyde.


Halbfinale am Sonntag

Am Sonntag fanden die beiden Halbfinaldurchgänge der besten 30 Piloten statt. Speziell an diesem Tag war die Windrichtung. Es war der einzige Wettbewerbstag, an welchem die Piloten das Figurenprogramm von links nach rechts fliegen mussten. An den Vortagen und am Finaltag musste jeweils von rechts nach links gestartet werden. Stefan Kaiser und Wolfgang Matt zeigten hervorragende Flüge und klassierten sich auf den Plätzen 8 und 10. Sie qualifizierten sich für das Finale der besten 10 Piloten. Stefan Kaiser erreichte somit bereits an seiner zweiten Weltmeisterschaft zum ersten Mal das Finale und ist damit überglücklich. Wolfgang Matt schaffte wieder den Sprung zurück in die Weltelite, nachdem

er die WM in Portugal vor zwei Jahren auf dem 17. Platz abgeschlossen hatte. Marc Rubin klassierte sich am Ende auf dem sehr guten 17. Rang und Bernhard Schaden auf dem 27. Rang. Christophe PLR erflog sich in beiden Halbfinaldurchgängen die beste Bewertung und führte vor Chip Hyde und Tetsuo Onda.


Tag der Entscheidung

Am Abend vor dem Finale trafen sich alle Finalteilnehmer und Punktrichter zum Erstellen


Grosse Ehre

Am Morgen des Finaltages teilte uns der Wettbewerbsleiter mit, dass wir stolz sein dürfen und den Titel «der 10 besten


Piloten der Welt» verdient haben. Vor allem war es für Stefan Kaiser eine sehr grosse Freude, als jüngster Pilot im Final zu fliegen. Er klassierte sich schlussendlich auf dem 9. Rang und Wolfgang Matt auf dem 10. Rang. Stefan Kaiser fehlte lediglich ein Punkt auf den achtplatzierten Japaner Koji Suzuki. An der Spitze zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Während die ersten beiden Durchgänge sehr knapp ausfielen, wurden die letzten beiden Durchgänge



sehr klar entschieden. Schlussendlich erhielten Christophe PLR und Tetsuo Onda jeweils 2000 Punkte. Im Falle eines Punktegleichstandes, so wie hier, entscheidet die Platzierung im Halbfinale über den Sieger der Weltmeisterschaft. Somit gewann Christophe PLR zum sechsten Mal. Tetsuo Onda musste sich wieder geschlagen

geben. Dahinter sorgte Andrew Jesky für eine Überraschung: Er behauptete sich mit beeindruckenden Flügen vor seinem Landsmann Chip Hyde, welcher einen schlechten Tag erwischte. In der Nationenwertung triumphierte Amerika vor Japan und Frankreich.


*Stefan Kaiser*




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