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Erfahrungsbericht Land-Wasser-Schnee-Elektro-Motte

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Gesucht: Für einmal kein Prestige-Modell, mit dem man sich und dem Rest der Welt beweisen will, dass man der Grösste mit dem grössten Modell ist, sondern ein transportfreundliches, gutmütiges und einigermassen kostenverträgliches Semiscale-Vögelchen im Oldie-Look, für den umweltfreundlichen Einsatz auf Land, Wasser und Schnee, bei dem nur eines zählt: Der Spassfaktor!


Gefunden: Bei www.top-model.ch Modell Tiger Moth DH-82 mit 1,4 Meter Spannweite. Gedacht für Verbrennungsmotoren von 6,5 bis 7,5 cm3. Gefertigt für einmal nicht in China, sondern «made in Tschechien». Preis 498 Franken. Für China-Ware zu teuer – für «made in Europe» eigentlich o.k., aber gewiss kein Schnäppchen.

Ebenfalls bei www.top-model.ch wurde gewählt: Brushless-Motor 4020 von Topmax, 5s-Lipo mit 3700 mAh von Dualsky, 60-Ampere-Regler Dualsky 6018, Propeller 14×7 APC Elektro und Ladegerät Swallow ACID EQ Charger AC/DC.

Erhalten nach 2 Tagen per Post: ARF-Modell in konventioneller Holzbauweise. CNC-gefertigte Teile wie Tragflächen, Rumpf, Leitwerke etc. gut, Ausstattung absolut enttäuschend! Der blitzsaubere Antrieb weckte jedoch sehr hohe Erwartungen.

Zu machen oder zu kaufen: Anständiges Fahrwerk mit grösseren Rädern für relativ ungepflegte Graspisten, schnell zu montierende Flügelverstrebungen ohne tragende Funktion mit Druckknopfbefestigungen aus dem Nähkästchen, Modifikation des gelieferten hässlich-plumpen Baldachins, Windschutzscheiben, Pilotenpuppen,

Halstücher lismen (Dank an meine Frau Maja!), optionale Antispin-Vorrichtung, originale V-Form der unteren Tragflächen durch gezieltes Verbiegen der Alu-Rohre bewerkstelligen, Motorhaube plus Randbögen silber-metallic spritzen, Klebband silber kaufen, mit wasserfestem Filzstift div. Make-ups realisieren. Und dann – hoppla Schorsch –: den im Manual nicht richtig angegebenen Schwerpunkt fliegerisch ermitteln! Dazu vorher in die Psychotherapie zur Stärkung des Nervenkostüms gehen. Oder noch besser: gleich zu Beginn so viel Blei in die Nase geben – oder so schweren Antrieb montieren –, dass der Schwerpunkt rund 12–13 cm hinter der Tankattrappen-Vorderkante zu liegen kommt.


Wer misst, misst Mist:

Gemessene Spannweite: 1,4 m. Flächeninhalt: 52 dm2. Gewicht mit Elektroantrieb und Rad-


Apropos Kunstflugtauglichkeit der Tiger Moth:

In seiner 1933-Session erflog Flight Lieutenant C. Turner Hughes mit einer D.H.82 2190 Rollen, 2328 Loopings, 567 Aussenloopings, 522 Aufwärtsrollen und 170 Stunden Rückenflug.

(Quelle: Super Profile Tiger Moth)

fahrwerk: 3,125 kg. Flächenbelastung harmlose 60 g/dm2. Gewicht mit relativ schweren, aber sehr stabilen Graupner-ABS-Schwimmern (L=85 cm): 3,8 kg. Resultierender Standschub mit 14×7 Prop 3 kg, bei 38 Ampere, was Lipo, Regler und Motor locker verkraften. Rund 15 Minuten actionreiche Flugzeit möglich – am Schluss noch etwas Reserve im Lipo.


Spassfaktor:

Auf Land, Wasser und Schnee sehr gross! Dank genialem Tragflächen-Stecksystem und Druckknopfbefestigung der Tragflächenverstrebungen innertweniger Minuten flugbereit. Blitzschneller Akku-


Land-Motte:

Auch auf dem Land ein liebenswerter kleiner Oldie, mit dem man auch mal einen Looping oder eine Rolle fliegen kann, ohne sich Sprüche wie «das isch dünn öppe nöd original» anhören zu müssen ...



Schnee-Motte:

Flug über eiskalte, verschnellte Landschaft: Weshalb Skier, wenn es mit Schwimmern auch geht? Piloten unbedingt mit Halstüchern vor Erkältungen schützen!



Wasser-Motte:

Stimmungsvoller und vorbildgetreuer Wasserflug. Auch heute noch fliegt eine Motte mit Schwimmern in England. Starts und Landungen auf dem kühlen Nass sind eine wahre Freude. Der Spassfaktor ist sehr hoch!



Start auf Schnee und Eis mit den relativ schweren, jedoch sehr stabilen ABS-Schwimmern von Graupner. Aufgepasst: Nicht alle Schwimmer sind stabil genug, um auf harter, etwas vereister Schneepiste zu starten und zu landen. Gerade die Schwimmer von Hacker sind zwar leicht, aber nicht sehr stabil und saugen später auf dem See durch feinste, fast unsichtbare Haarrisse in erstaunlich kurzer Zeit viel Wasser an.


Klassiker-Meeting auf dem Wasser: Tiger Moth meets Piper Cub.



Power ist besser als Blei: Dank dem 244 Gramm schweren und kräftigen Brushless-Motor 4020 von Topmax und dem 5s-Lipo mit 3700 mAh erübrigt sich jegliche Bleizugabe in der kurzen Schnauze.


wechsel dank abnehmbarem Cockpit. Potenter Antrieb verleiht zu einem etwas zu rasanten Flugstil, der nicht ganz zu einem Oldie passt. Bei Starts und Landungen – egal ob auf Land, zu Wasser oder auf Schnee – sind keinerlei Gemeinheiten festzustellen. Generell nicht schwierig zu fliegen – aber auch kein Anfängermodell. Vorbildgetreuer Kunstflug wie horizontale Rollen, Aufwärtsrollen, Loopings, Turns, Rückenflug etc. mit Radfahrwerk und etwas Geschick machbar. Astreine Aussenloopings verlangen jedoch nach der Hand eines Meisters. Mit Schwimmern ist etwas hingewürgter, einfacher Kunstflug möglich, aber nicht vorbildgetreu.


Zu beachten:

Bei mässigem bis kräftigem Seitenwind lieber Kaffee trinken als Trümmer einsammeln. Beim Starten auf relativ ungepflegten Graspisten Höhenruder bis zum Abheben des Flugobjekts mit genügend Speed fein dosiert ziehen, da die Motte sonst vornüber kippt. Mit Futaba-T6EX-Fernsteuerung unbedingt «Startup-Mode» des Reglers auf «Soft» programmieren, da sonst Störungen beim Gasaufreissen auftreten. Propellermutter nicht wie Ochse fest anziehen, da Alugewinde!


Fazit:

Entfällt, um Platz für Bilder zu schaffen. Diese sagen bekanntlich mehr als tausend Worte ... hjb



Antrieb der Top-Klasse von www.top-model.ch: 3 kg Standschub für ein 3,125 kg schweres Modell. Das gibt, wie Kollege Hans meinte, eine Speed-Motte. Also bitte nur selten Vollgas! Für gemütliches, vorbildgetreues Herumgurken genügt 1/4 Gas, und dementsprechend steigt die mögliche Flugzeit.



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