SMV / FSAM

Nachwuchsförderung im SMV: Zwei Aktionen ab 2008!

von Reto Schilliger
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Die Gewinnung und Förderung neuer Modellflieger bildet Gegenstand gleich zweier Punkte im Leitbild des Schweizerischen Modellflugverbandes SMV. Dafür, dass klaren Bekenntnissen auch konkrete Taten folgen, sorgen das vor rund zwei Jahren gegründete Ressort Jugendförderung und besondere Aktivitäten in der Fachkommission F1 Freiflug. Konkrete Resultate kommen nach umfangreichen Vorarbeiten auf die Saison 2008 zum Tragen.


1. Leistungsabzeichen Modellflug: Einführung auf die SPK 2008!

Vor rund zwei Jahren beschäftigten sich in einem von René Müller im RMV Zentralschweiz organisierten und von Reto Schilliger moderierten Workshop jugendliche Einsteiger und erfahrene Trainer mit der Sammlung von möglichen Massnahmen zur Förderung des Modellflugs und speziell des Nachwuchses in den Vereinen. Wohl wissend, dass die vorhandenen Kräfte im Interesse eines ersten konkreten Resultats konzentriert werden müssen, und auf Basis des positiven Echos von Seite der jugendlichen Teilnehmer, entschied sich das aus diesem Workshop neu gegründete Ressort Jugendförderung zur Umsetzung der Idee von Leistungsabzeichen. Diese sind in vielen Sportarten, nicht zuletzt auch im Segelflug, breit etabliert.

Die Leistungsabzeichen in Form eines Diploms und eines Aufnähers sollen vorab als Anreiz für Einsteiger dienen, sich fliegerisch gezielt weiter zu bringen. Gleichzeitig werden damit gewisse Standards definiert, welche den Instruktoren in den Vereinen als Anregung zur Ausbildungsplanung dienen. Leistungsabzeichen wurden jedoch nicht nur im Bereich der fliegerischen Geschicklichkeit definiert, sondern auch für besonderes Engagement im Wettbewerbswesen oder in der Betreuung von Nachwuchspiloten gleich welchen Alters.


Grundgedanke bei der Umsetzung

Bei der Ausarbeitung der Anforderungen für die Leistungsabzeichen wurde auf folgende Punkte besonderer Wert gelegt:

  • Durchführung der Prüfungen und Erbringen der Nachweise durch die Vereine selbst
  • Festlegung lediglich der zu erreichenden Standards, nicht jedoch der Schulungswege und -methoden (viele Wege führen nach Rom!)
  • Einfachheit der organisatorischen Abwicklung für alle involvierten Stellen
  • Integration möglichst aller fliegerischen Disziplinen
  • Vermeidung von Über-, aber auch von Unterforderung

Praktisch alle Programme wurden während dem ganzen Jahr 2007 getestet und wo nötig optimiert. Jürg Kuoni (Heli), Thomas Suter (Motorflug), Robert Schuster (Segelflug), Christoph Bachmann (Freiflug), Heiner Borer und Peter Germann (Fesselflug) sowie Reto Schilliger (Aufnäher und weitere Dokumente) hatten ausreichend zu tun. Zudem galt es, das Wirken in mehreren Sitzungen zu koordinieren.


Auszeichnungen «Pilot» und «Advanced Pilot»

Die erste Auszeichnung «Pilot» belegt grob, dass sein Träger ohne dauernde Überwachung sicher fliegen kann. Das zweite Abzeichen «Advanced Pilot» beweist, dass sein Träger nicht nur alleine und sicher, sondern auch mit einer



gewissen Präzision auf einem höheren Level fliegt.

Eine grosse Herausforderung war es, entsprechende Prüfungsprogramme nach möglichst konsistentem Raster für die Bereiche Motorflug, Segelflug, Heli, Freiflug sowie Fesselflug zu definieren. Dabei galt es auch, die Antriebsvarianten Verbrenner- und Elektromotor sowie beim Segelflug die unterschiedlichen Startarten zu berücksichtigen. Damit erkennbar ist, in welchen Disziplinen eine der obigen Auszeichnungen erworben wurde, werden diese in den Abzeichen grafisch unterschieden. Wie die ganzen Abzeichen bzw. Aufnäher aussehen, kann den zwei Beispielen «Segelflug» entnommen werden. (Siehe Kasten oben)

Alle Programme und Regelwerke liegen praktisch fertig vor und werden den Obmännern auch anlässlich der SPK in Baden vorgestellt. Für Interessierte nachfolgend ein Auszug, der jeweils an einem Tag zwei Mal nacheinander erfolgreich zu fliegenden Programme (ohne die in den ausführlichen Unterlagen zu findenden Hinweise zur korrekten Ausführung):


Programme Segelflug

1. Auszeichnung «Pilot»



  • Start
  • Strömungsabriss
  • Vollkreise (rechts und links)
  • Quer- und Endanflug
  • Aufsetzen

2. Auszeichnung «Advanced Pilot»



  • Start
  • Abschwung
  • Looping gezogen
  • Turn
  • Zwei 1/2-Rollen
  • Quer- und Endanflug
  • Ziellandung auf Punkt

Programme Motorflug

1. Auszeichnung «Pilot»

  • Start
  • Gerader Vorbeiflug
  • Kurvenkombination
  • Strömungsabriss
  • Landevolte
  • Aufsetzen

2. Auszeichnung «Advanced Pilot»

  • Start
  • Looping gezogen
  • Rolle
  • Turn
  • Immelmann
  • Trudeln (3 Umdrehungen)
  • Simulierte Motorpanne
  • Aufsetzen

Programme Heli

1. Auszeichnung «Pilot»

  • Schweben
  • Vor- und Rückwärtsflug
  • Schwebeflug – Rundflug – Schwebeflug
  • Landung

2. Auszeichnung «Advanced Pilot»

  • Start und Gegenschweben
  • Vollkreis links und rechts
  • Turn
  • Looping
  • Anflug und Landung

Programme Freiflug und Fesselflug

Die Programme Freiflug und Fesselflug für die beiden Auszeichnungen gestalten sich etwas spezieller. Beim Freiflug ist der Nachweis über gewisse fliegerische Leistungen im Rahmen von Anlässen mit Zeitnehmern zu erbringen; beim Fesselflug orientieren sich die Programme an den Grundfiguren des Fesselflugs und den Grundanforderungen für den Einstieg in den Kunstflug.


Weitere Auszeichnungen über alle Disziplinen

Die Leistungsabzeichen «Pilot» und «Advanced Pilot» beziehen sich fliegerisch klar auf ausgewählte Disziplinen und den Einstieg in den Modellflug. Der SMV möchte jedoch auch weitere Anreize bieten, sich fliegerisch aktiv zu entwickeln bzw. für den Modellflug einzusetzen. Dafür stehen die folgenden drei Leistungsabzeichen zur Verfügung:


Competition Pilot

Die Auszeichnung Competition Pilot erhält, wer als ordentliches Mitglied im SMV in zwei aufeinander folgenden Kalenderjahren an jährlich mindestens drei und total mindestens acht offenen, regionalen, überregionalen oder gar internationalen Meisterschaften teilnimmt, an welchen eine Rangliste geführt und Preise bzw. Medaillen vergeben werden.

Damit ein Wettbewerb zählt, müssen – Absturz ausgenommen – alle Durchgänge geflogen werden. Die Schlussresultate sind für die Erteilung des Diploms ohne Belang.



Master Pilot

Die Auszeichnung Master Pilot erhält, wer sich nicht nur aktiv, sondern auch mit ansehnlichen Leistungen im Wettbewerbswesen betätigt. Zur Erlangung sind in drei aufeinander folgenden Jahren jährlich mindestens zwei und total mindestens sechs Platzierungen im ersten Drittel oder total zwei Medaillen anlässlich einer Schweizer-, einer Interregional- oder Regionalmeisterschaft oder eines offenen internationalen Wettbewerbs nach Reglementen FAI und mit mindestens zehn Teilnehmern nachzuweisen.



Instructor Pilot

Die Auszeichnung Instructor Pilot erhalten ab 2008 Modellpiloten, welche in drei Jahren zwei Einsteiger bis zum Diplom Advanced Pilot bringen.



Beantragung der Diplome

Für alle Diplome bestehen spezielle Antragsformulare, mit welchen das Bestehen der vereinsinternen Prüfung bestätigt oder für andere Diplome der Nachweis über die geforderten sonstigen Leistungen erbracht werden muss. Die Antragsformulare werden dann an das Zentralsekretariat im AeCS weitergeleitet, der dann das entsprechende Diplom samt Aufnäher an den Präsidenten des Vereins verschickt.

Dieser unterzeichnet das Diplom seinerseits und kann dann Diplom und Aufnäher in möglichst würdigem Rahmen übergeben.


Weitere Informationen

Ausführliche Informationen werden bis zur SPK auf www.modellflug.ch/jugendfoerderung publiziert und in geeigneter weiterer Form kommuniziert.


2. Schule und Modellbau: Aktion für den Werkunter-richt!

Parallel zur Erarbeitung der Leistungsabzeichen hat sich die Fako F1 intensiv mit der Thematik «Schule und Modellbau» auseinandergesetzt. Auch hierbei wurde grosser Wert darauf gelegt, die Ressourcen und Möglichkeiten des Verbands und der Fako so zu nutzen, dass mit vertretbaren Kosten nachhaltige Wirkung erzeugt werden kann.

Während rund eines Jahres evaluierte das Team rund um Christoph Bachmann und Walter Eggimann eine Reihe von Bausätzen für den Schulbereich, die natürlich nicht nur theoretisch studiert, sondern auch gleich gebaut und geflogen wurden. Ausgehend von dieser Arbeit und in Kontakt mit dem Ressort Jugendförderung entstand dann ein Konzept aus mehreren Bestandteilen wie folgt, das im Frühjahr 2008 vorab über die Vereine im SMV lanciert wird.



1. Übersicht geeigneter Modelle

Auf zwei Seiten A4 findet sich eine Auflistung von sechs für die Schule geeigneten Modellen mit Hinweis auf Hersteller, Art.-Nummer, ungefähren Preis, Spannweite sowie Bauaufwand. Abgerundet wird das Dokument mit einer Kurzbeschreibung zu jedem Modell sowie der Auflistung von hilfreichen Kontakten im SMV.


2. Bestellformular

Basierend auf obiger Übersicht, entstand ein Bestellformular, das in jedem Modellbau-Fachgeschäft abgegeben werden kann. Darin finden sich auch Hinweise auf benötigtes Zubehör.


3. Briefvorlage für die Vereine

Für die Vereine wurde eine Briefvorlage in Word erstellt, die in Details angepasst und mit den obigen Dokumenten an die umliegenden Schulen und ihre Werklehrer verschickt werden kann. Selbstverständlich sollte dabei auch eine Kontaktperson für Rückfragen angegeben werden. Je besser der Support für die Schule, desto besser für den Modellflug!

In Vorbereitung befindet sich auch ein Angebot von Kursen für Bauleiter, das voraussichtlich ebenfalls Teil des obigen Versandes bilden wird.

Der SMV und die Fako F1 Freiflug zählen darauf, dass die Aktion durch die Vereine im eigenen Umfeld aktiv umgesetzt wird. Weitere Informationen auch hierzu werden sich bis zur SPK unter www.modellflug.ch/jugendfoerderung finden.

Mit den beiden obigen Aktionen werden die ersten Resultate von zwei Jahren Arbeit im neu etablierten Ressort sichtbar. Anlässlich der nächsten Sitzungen werden die Weichen für weitere Massnahmen gestellt.

Weitere Mitstreiter sind wie immer jederzeit gerne willkommen! SMV/RS


Erfahrungsbericht des ersten Leistungsträgers «Pilot Segelflug»

Ich heisse Michael Messerli und bin 13 Jahre alt. Seit 2006 bin ich in der MG-UT (Untersiggenthal-Turgi) und fliege mit dem Modell Easy Glider von Multiplex. Die Prüfung «Pilot-Segelflug» war für mich eine kleine Herausforderung, vor allem die Aufgabe der perfekten Landung. Ich bin stolz auf meine erbrachten Leistungen, kann ich doch heute mein Modell sicher fliegen und landen – das macht Spass. Die Prüfung sehe ich als kleine Motivation und das Abzeichen gefällt mir sehr gut.

Michael Messerli, Würenlingen AG



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